Die Fabel ist, seit sie vom griechischen Sklaven Äsop
erfunden worden sein soll, eine volksnahe Erzählung, oft mit
symbolhaften Tieren, die menschliche Züge annehmen und so unsere
Schwächen in verschlüsselter Form aufzeigen. Seit der Antike haben sich
viele Dichter dieser Erzählkunst gewidmet, so auch La Fontaine, der die
Fabeln in Versform setzte und sie zum „ewigen Vorrat französischer
Poesie" (Spoerri) erhob.
Jean de La Fontaine (* 8. Juli 1621 in
Château-Thierry (Aisne); † 13. April 1695 in Paris) gilt in Frankreich
als einer der grossen Klassiker und ist noch heute jedem Schulkind
bekannt. Seine 240 Fabeln erschienen ab 1668 in 12 Büchern. Viele von
ihnen wurden in Musik gesetzt.
Jacques Offenbach (* 20. Juni 1819 in Köln; † 5.
Oktober 1880 in Paris) studierte am Pariser Konservatorium Cello und
trat später mit Pianisten wie Franz Liszt, Anton Rubinstein und Felix
Mendelsohn auf. 1842 schrieb er die ‘Fables de La Fontaine’ für Gesang
und Klavier. 1855 zur Pariser Weltausstellung eröffnete er sein Theater
‘Bouffes-Parisienne’ für die er mit dem ‘Orfeus in der Unterwelt’ den
Can-Can und die französische Operette erfand.
Walter Lang (* 19. August 1896 in Basel; † 17.
März 1966 in Baden) studierte in München Komposition und Klavier. Er war
Kapellmeister im Radio Lugano und unterrichtete an der Musikakademie in
Zürich. ‘Fremde Lehren’ entstand 1939 in Zürich.
Heinrich Sutermeister (* 12. August 1910 in
Feuerthalen; † 16. März 1995 in Vaux-sur-Morges) wurde vor allem durch
seine Opern bekannt, insbesondere durch die ‘Schwarze Spinne’ (1936)
nach Jeremias Gotthelf. Der ‘Papagei aus Kuba’ schrieb er 1961 zu Fabeln
des deutschen Rokoko-Dichters Friedrich von Hagedorn (1708 - 1754).
Jean-François Monot wurde 1949 in Lausanne
geboren, Er studierte an den Konservatorien von Lausanne und Genf
Orchesterleiter u.a. bei Igor Markevitsch und Jean-Marie Auberson. 1988
wird er Chef der Oper von Angers (F) und zeichnet sich durch Chorleitung
aus. 2002 schreibt er die ‘Trois Fables de La Fontaine’ für seine Chöre.
VocArt besteht seit 10 Jahren und
führt vor allem deutsche romantische Quartettliteratur auf. In den
verschiedenen Programmen die bisher erarbeitet wurden finden sich auch
weniger bekannte und zeitgenössische Werke. Insbesondere im Programm mit
Fabeln von Jean de La Fontaine finden sich neben dem
deutsch-französischen Jaques Offenbach Werke von Schweizer Komponisten
aus deren Nachlass, die in der Zentralbibliothek Zürich gefunden wurden.
Auf Wunsch von Monsieur Yvon werden die Werke in den Originalsprachen
gesungen